Landesregierung streicht dem Institut für Gerontologie die Förderung

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Unsere Gesellschaft wird immer älter. Dieses gesamtgesellschaftliche Altern hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Durch den demografischen Wandel verändert sich aber auch unsere Gesellschaft. Diesen Fragen geht das Institut für Gerontologie an der TU Dortmund nach. Nun setzt die nordrhein-westfälische Landesregierung die Zukunft des Instituts aufs Spiel, obwohl die Auswirkungen des demografischen Wandels auf unsere Gesellschaft nach wie vor gelöst werden müssen.

So will die Landesregierung ab 2019 die institutionelle Förderung des Instituts in Höhe von jährlich 330.000 Euro komplett streichen. Das alarmierte die Dortmunder Landtagsabgeordneten Anja Butschkau, Volkan Baran und Nadja Lüders sowie den Europaabgeordneten Dietmar Köster, die in dieser Woche das Institut in der Neuen Mitte Eving besuchten. Die Abgeordneten informierten sich über die Arbeit und Projekte des Instituts, aber auch über die möglichen Folgen, die ein Wegbrechen der Förderung des Landes haben könnte.

Dietmar Köster kennt das Institut noch aus seiner langjährigen Forschungstätigkeit im Bereich der Geragogik: „Das Institut für Gerontologie genießt ein hohes internationales Ansehen sowohl in der akademischen Fachwelt als auch bei den Kommunen und Wohlfahrtsverbänden. Es hat auch auf europäischer Ebene wichtige Studien auf europäischer Ebene durchgeführt. Wenn diese Wissensbasis wegfällt, dann wird das negative Auswirkungen auf die weitere Arbeit mit älteren Menschen und die Weiterentwicklung der Seniorenpolitik haben.“

Zuletzt wurde die Universität Siegen als weiterer Kooperationspartner gewonnen. Die Erfahrung der Universität Siegen solle genutzt werden, um Lösungsansätze für den demografischen Wandel im ländlichen Raum zu erarbeiten.

Volkan Baran zeigt sich irritiert von den Plänen der Landesregierung: „Angesichts des doch eher geringen Einsparpotentials verstehe ich nicht, wieso Sozialminister Karl-Josef Laumann auf die Arbeit und das Wissen des Instituts verzichten will. Auch für den Wissenschaftsstandort Dortmund wäre die Schließung des Instituts ein enormer Verlust. Der Standort in Eving ist auch wegen der räumlichen Nähe zur Sozialforschungsstelle auf der anderen Gebäudeseite ideal.“

Nadja Lüders bringt das Problem auf den Punkt: „Die ersatzlose Streichung der institutionellen Förderung durch das Land käme einer Schließung des Instituts gleich. Im Gegensatz zu universitätseigenen Instituten benötigt das Institut für Gerontologie als unabhängiges An-Institut an der TU Dortmund diese Mittel für einen ordentlichen Betrieb. Erst die Grund-Finanzierung durch das Land macht es dem Institut möglich, erfolgreich Drittmittel nach NRW zu holen. Im letzten Jahr, wie auch in den Jahren davor, waren das rund 800.000 Euro.“

Anja Butschkau will sich im Sozialausschuss des Landtags für den Erhalt der Förderung einsetzen: „Wir lassen das Institut für Gerontologie nicht im Stich. Wir werden die Landesregierung in einer Kleinen Anfrage auffordern, ihre Gründe für die Streichung der Förderung offenzulegen und uns in den Haushaltsberatungen dafür stark machen, dass die Streichung rückgängig gemacht wird.“  Die Mitte-Rechts-Landesregierung verfüge über so hohe Steuereinnahmen wie keine andere Regierung zuvor. Streichungen würden aber lediglich im sozialen Bereich vorgenommen. „Das ist eine Politik der sozialen Kälte“, so Butschkau.

Die Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V. wurde 1990 gegründet und betreibt das Institut für Gerontologie an der TU Dortmund. Von Anfang an förderte das Land Nordrhein-Westfalen die zukunftsweisende Arbeit des Instituts.

Am Institut für Gerontologie forschen und beraten Wissenschaftler*innen der Fachrichtungen Soziologie, Gerontologie, Politikwissenschaft, Psychologie und Erziehungswissenschaft interdisziplinär zu Fragen der demografischen Entwicklung und der Gestaltung alternder Gesellschaften. Im Institut arbeiten 24 Mitarbeiter*innen, davon 14 Wissenschaftler*innen.

Wir bitten recht herzlich um Veröffentlichung. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Mitarbeiter Martin Schmitz: 0231 / 58 56 18.

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